Die Reise

Für den Schüleraustausch in der elften Klasse waren die Noten zu schlecht. Für ein Auslandssemster in der Hochschule war mein Körper zu faul. Die restliche Zeit in meinem Leben hab ich gearbeitet. Zuerst um mir eine akademische Ausbildung leisten zu können und später das KVB-Bahnticket, um zur Arbeit zu kommen. Perpetuum mobile.

Aber jetzt ist Schluss. Ich will raus. Am besten für ein ganzes Jahr. Die Prio ist aber ganz sicher nicht ‚einfach nur wegkommen‘. Hab hier Familie, die ganz okay ist und ein paar entstellte Freunde, die ich seit geraumer Zeit nicht mehr loswerde. Außerdem hat Köln richtig schicke Ecken und ist nur zehn 5-Minuten-Terrinen von dem Ort entfernt, an dem ich aufgewachsen, gesattelt und zugeritten wurde.

Nach 29 Runden in unserem Sonnensystem könnte man jetzt einfach den Bausparvertrag anbrechen. Die statistischen anderthalb Kinder zeugen. Danach den Ischias einklemmen, um sich dann mit einer gewissen Wetterfühligkeit in seiner Doppelhaushälfte zu Tode zu riestern.

Aber meh!

Das work-and-travel Visum wird in Australien bis zum Erreichen des 31. Lebensjahres ausgestellt. Da ist also diese ausgezeichnete Deadline, die mir jetzt weggabelungstechnisch und beinemachend in den Fernweh-Hintern tritt.

Vorher habe ich alle Freunde, Bekannte und Blutsverwandte gefragt, ob sie mich nicht ein bisschen begleiten wollen. Wollen se. Bis jetzt haben mehr als zehn Partypeople für viele unterschiedliche Etappen zugesagt. Aber selbstverfreilich nicht, weil ich nicht gerne alleine bin. Witzetechnisch hab ich schon in diversen Selbstgesprächen herausgefunden, dass ich mein alltime favourite bin. Aber ich mag Menschen. Diese kleinen haarigen Hautlappen unterhalten mich. Und wenn ich nicht gerade einen Reisepartner habe, dann bin ich auf dem Weg zu ausgewanderten Freunden, die überall verstreut auf der Welt rumeiern und ihr Ding machen.

Die Wegbegleiter stell ich hier natürlich alle vor und versuche dabei äußerst nett zu sein. Wenn mir das nicht gelingt, könnt ihr meine Strecke auch gut an den brennenden Brücken erkennen, die ich hinterlasse.

So voll die Heimatgefühle hier.

So voll die Heimatgefühle hier.

Ein Gedanke zu “Die Reise

  1. Pingback: Neu im Land der Wellenreiter: Ein blutender Anfänger auf Bali

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